2. INTERNATIONALE DADA – FESTWOCHEN 2003 ZÜRICH
Einladung zur Eröffnungsveranstaltung und zur Pressekonferenz
Die 2. internationalen Dada-Festwochen 2003 werden am Freitag,
den 7. Februar um 20 h (pünktlich) an der Plattenstrasse 32 in Zürich eröffnet. Zu diesem Anlass wird es eine Podiumsdiskussion, ein Unterhaltungsprogramm mit. Etrit.Hasler, MC Greis, Pastor Leumund und DJ La Bombe und einer Live-Streaming_Performance der Krösusstiftung geben.
Die 2. internationalen Dada- Festwochen, ein dreiwöchiges spartenübergreifendes Festival und Gesamtkunstwerk aus bildender Kunst, Literatur, Musik, Theater, neuen Medien und Aktion finden vom 7. Februar bis zum 1. März statt.
Die letztjährigen Dada-Festwochen im ehemaligen Cabaret Voltaire an der Spiegelgasse in Zürich erfreuten sich eines regen Zulaufs und Interesse, wodurch auch dieses Jahr ein internationales Programm, diesmal mit Unterstützung von Pro Helvetia, dem Komitee Pro Dada Haus und der Firma Brockiland möglich wurde.
Für Montag, den 10.Februar ist um 14h eine Pressekonferenz, deren Ort Ihnen noch von uns bekanntgegeben wird, angesetzt.
Anschliessend lädt die Kroesus-Stifung zu einer weiteren Fensterausschüttung ein.
Beiliegend eine Liste aller teilnehmenden Künstler.
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An alle Aktionisten und Künstler, die uns bei der Betreibung des Cabaret Voltaire 2002 geholfen haben und alle, die Interesse haben, einem von DADA inspirierten Arbeitsexperiment beizuwohnen:
Im Februar 2003 feiert DADA seinen 87. Geburtstag und die Fondation Kroesus, die sich im besetzten Cabaret Voltaire 2002 gegründet hat, ihren 1. Geburtstag.
Aus diesem Anlass rufen wir die 2. DADA-FESTWOCHEN vom 7. 2. bis 1.3. 2003 in Zürich aus.
Wir wollen innerhalb der 3 Wochen eine grosse bespielte Skulptur bauen, in der Konzerte, Theater, Lesungen und Performances stattfinden sollen.
Mit Hilfe von neuen Medien soll gleichzeitig ein Netzwerk entstehen, das über die Festwochen und die Schweiz hinaus Kulturaktivisten miteinander verbinden soll.
Es sind also alle gefragt, die ihre Talente als Bühnenkünstler, Installationskünstler, Computerkünstler, Veranstaltungstechniker und Inspirierer für ein lebendiges Gesamtkunstwerk zur Verfügung stellen wollen.
Das Festwochenkomitee, welches in der Plattenstr.32 anzutreffen ist, kümmert sich zur Zeit um Beschaffung eines geeigneten grossen Raumes (die Plattenstr.32 ist zu klein) und wird diesen rechtzeitig bekanntgeben.
Allen Beteiligten wird durch Bar-und Eintrittsgelder das Erstatten von Fahrt-, Transport- und Materialkosten garantiert.
Ob Gagen gezahlt werden können, wird von eventuell positiven Bescheiden auf unsere Förderungsanträge abhängen.
Um ein gutes Programm gestalten zu können, sind wir auf eure rechtzeitigen Zusagen angewiesen. Bitte mailt uns recht bald, WANN ihr WAS bei den DADA-Festwochen machen wollt, und was ihr dafür braucht.
Mit merzlichen Grüssen
Fondation Kroesus und Platten Allstars
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Die kroesusstiftung
ich dreh am Rad
20juni bis21juni 2003
Die kroesusstiftung wurde 2002 in zuerich gegruendet und ist auch da zuhause.Bekannt geworden ist sie durch Fensterausschuettungen, wie zum beispeil waehrend der 1. internationalen dadafestwochenr, wo sie 2500.- sfr. aus dem fenster der spiegelgasse warf. Seit einiger Zeit widmet sich die stiftung vermehrt der illegalen Aktion, doch bleibt das installative Element wieterhin wichtig. Denn illegale Platzbesetzungen sind fuer die kroesustiftung untrennbar mit dem sie umgebenden (architektonischen) Kontext verbunden sozusagen “instalatives Besetzten”. Formalistische Experimente, die sichausschlieslich auf den klassische besetung beziehen intessieren die Kroesusstiftung nicht. Das Troitoir markieret nur bedingt eine grenze.Imer wieder brechen leutende Farben auf dem asphaltgeviert aus, bestzten die umliegende Wand oder breiten sich auf bierflaschen aus, die-teilweise zerbrochen-auf dem Boden liegen.
Die Hinwendung zur Illegalen Besetzung ergab sich fuer die Kroesusstiftung aus dem Wunsch nach totaler Befreiung. Nachdem sie seit Februar vorwiegend mit staatlicher Duldung gearbeitet hatte, sehnte sie sich nach der Möglichkeit einer direkten intervention und fand diese in der Unmittelbarkeit des illegalen. Jede illegale aktion epfindet die kroesusstifung als neues Experiment, bei dem es darum geht, sich der Herausforderung der grauen Betonplaetze zu stellen – immer jedoch im Bewusstsein um die Möglichkeit des Scheiterns. Zu Beginn ihrer Arbeit geht die KS von einer bestimmten Vorstellung aus,die sich waehrend der Besetzung jedoch laufend verändert. Eine Idee ergibt die andere und führt am Schluss zu einem völlig unerwartten Resultat. Meist arbeitet die KS paralele an mehreren Ecken. Immer wieder löst sie sich von einzelnen Aktionen, um Distanz zu geinnen und ihren Blick zu befreien. Bei ihrer Rueckkehr erfaehrt sie die Aktion völlig neu und fühtlt sich im weitern prozess nicht mehr an fruehrere Fragmente gebunden. Jede Pause ermöglicht ihr einen Ausbruch zu Neuem. Nicht nur aufgrund dieses dynamischen Arbeitprozesses erscheinen die Aktionen der KS auf den ersten Blick wie Ansammlungen Eigegenständiger Fragmente. Ihre Zerbrechlichkeit rührt auch vom Bewusstsein der Stiftung, dass ihre dem besetzen zugrunde liegender Wunsch nach völliger politischer Befreiung eine Fiktion bleibt. Mit dieser kritischen Grundhaltung distanziert sich die KS deutlich von der politischen Tradition, die immer wieder mit ihren Aktionen in Verbindung gebracht wird. Erinnerungen an politische Aktionsformen klingen zwar immer an, werden aber sogleich verworfen. Denn die Krösusstiftung postuliert keine Wahrheit. Sie ist für die Kroesusstiftung vielmehr “der verzweifelte Versuch, einer toten Materie wieder Leben einzuhauchen”. In diesem Sinn sind die Werke gleichzeitig sublim und grotesk – eine Verbindung, die in die in Bierflaschen Installatioenen der Kroesus Stiftung besonders deutlich zum Aussdruck kommt. Hier treffen Illusion und Desillusion, Überhöhung und Brechung schonungslos aufeinander. Konkrete Aktion wird mit banaler Malerei konfrontiert, Realität mit einer nur in der Reflexion gegebenen Wahrheit. Die zerbrechlichkeit der Istallation wird bis an die Grenze des Möglichen gesteigert, Installationserzeugung und Installationszerfall sind gleichzeitig gegeben.
“I am Nature” sagt Pollock, die Kroesus Stiftung hingegen definiert ihre Installationen als “Anti-Landschaften”. Charakteristisch für die von der Aussenwelt abgekoppelten Gegenwirklickeiten sind die psychoaktiven Substanzen. Stechend grelle Tagesleuchtfarben, die die Kroesus Stiftung in ganz unterschiedlichen Techniken hervorbringt. Sie stapeln, trinken, deponieren und bauen damit in die Installation. “Rausch hat etwas Urbanes”, begründen die Künstler die Wahl der Techniken. Zudem entspricht die leuchtende Wahrnehmung, der Sehnsucht der Kroesusstiftung, mit der Installation über die Natur hinaus zur hyper-artifiziellen Wahrnehmung zu gelangen. Durch den Einsatz von Bierflaschen steigern die Künstler diesen für das Werk grundlegenden Aspekt des Artifiziellen. Denn die hybriden Bierträger betonen den Gegensatz zwischen der Welt der Illusion und der Wirklichkeit, verweisen gleichzeitig aber auch auf den dazwischen öffnenden Raum. Es sind “Anti-Landschaften” im wahrsten Sinne des Wortes – nichts anderes als Postiv-Spiegelungen der Kunstwelt oder reale Gegnentwürfe zur Kunst. Die ambivalenten Konstellationen der Kroesus Stiftung sind irritiernd und anziehend zugleich. Es sind verletzliche Installationen, der Auffasung der Kroesustiftung, dass Kunst Kunst heute einzig noch fragmentarisch oder aus Fragmenten zusammengesetzt bestehen kann, entsprechen Sie Strahlen eine Überwältigende Empfindung von Freiheit und Optimismus aus, gleichzeitig aber sind sie voller Melancholie – es sind Zeugen des verlorenen Glücks, ungemein heutig und Urban.
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